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Triftanlagen bei Elmstein

TW 04

30.03.2025

Auf den Spuren der Holztrift – Wanderung durch die Triftanlagen bei Elmstein.

Am 30. März 2025 begab sich eine Gruppe von zwölf wanderfreudigen DAV-Mitgliedern unter der Leitung von Gunnar Weinacht auf eine spannende Tour durch die historischen Triftanlagen in Elmstein. Trotz der Zeitumstellung in der Nacht zuvor waren alle pünktlich am Start. Die 16 Kilometer lange Strecke führte von der Einmündung des Legelbachs in den Speyerbach rund um den Legelberg durch die wunderschöne Landschaft des Pfälzerwaldes, vorbei an zahlreichen Relikten der einst bedeutenden Holztrift.

Doch was bedeutet eigentlich „Triften“?

Wir erfuhren, dass dies eine historische Methode war, Baumstämme über Wasserwege ins Tal zu transportieren. Dafür wurden Stauanlagen errichtet, die große Wassermengen speicherten. Beim plötzlichen Öffnen der Klause entstand eine Welle, die das Holz talwärts spülte. Oft verkeilten sich die Stämme dabei, sodass sogenannte „Triftknechte“ mit langen Stangen eingreifen mussten, um den Fluss des Holzes aufrechtzuerhalten. Diese Technik war bereits im Mittelalter gebräuchlich, um Holz aus dem Pfälzerwald in die holzarme Rheinebene zu befördern. Im 19. Jahrhundert stellte die Holztrift den wichtigsten Wirtschaftszweig der Region dar, bis die Eisenbahn – darunter das Elmsteiner Kuckucksbähnel – diese Transportmethode allmählich verdrängte.

Neben diesen historischen Einblicken spielte auch die Natur eine große Rolle auf unserer Tour. Die Route führte oft über schmale Waldpfade, vorbei an idyllischen Gewässern und imposanten Sandsteinformationen. Dabei erfuhren wir, dass die Begriffe „Klause“ (Überbleibsel aus der „bayrischen Zeit“ der Pfalz) und „Woog“ (typisch pfälzisch) synonym verwendet werden, um künstlich aufgestaute Stillgewässer zu bezeichnen. Aufgrund fehlender Einkehrmöglichkeiten nutzten wir die Gelegenheit zu einem gemütlichen Picknick an landschaftlich schönen Plätzen wie dem Nibelungenheim und den Sitzgelegenheiten am "Alten Schießhaus" nahe des Nibelungenfelsens.

Ein herzliches Dankeschön an Gunnar für die Organisation dieser lehrreichen und erlebnisreichen Wanderung!

 

Text und Bild: Ute Schäffer-Külz